|
Mit neun
Jahren begann Kerstin Röhn Saxophon zu lernen. Auf jeden Fall die richtige Entscheidung.
Nach kurzer Zeit nahm sie musikalisch alles mit, was das osthessische Musikleben zu bieten hatte.
Der Himmel ging auf in den ersten gemeinsamen Proben, in denen sie ihre Liebe zu Dissonanzen (teilweise einkomponiert, möglicherweise eher intonationsbedingt) entdeckte.
|
|
|
Die erste Schallplatte mit elf Jahren waren Aufnahmen der Highlights der Glenn-Miller-Bigband. Sie hörte sie tagtäglich. Eine harte Prüfung für die Familie. All ihr kindliches Streben war, irgendwann einmal in einer Bigband zu spielen.
Allerdings galt ihr Interesse daneben auch dem klassischen Symphonieorchester.
Ein unmögliches Unterfangen zur damaligen Zeit mit einem solchen Wolpertinger-Instrument.
Es gab nur eine Lösung: es musste ein Orchesterinstrument her.
So erlernte sie mit 15 Jahren Querflöte. Zunächst zugegebenermaßen halbherzig, später mit großer Ernsthaftigkeit. Ein Instrument, das sie nach ihrem Abitur in Kassel studierte (Examen 1995) und trotzdem immer noch gerne spielt.
Dem Saxophon hielt sie allerdings immer die Treue.
Zunächst als Hauptfach in ihrem zuerst begonnenen Lehramtsstudium an der Universität Kassel. Später, während ihres Querflötenstudiums nahm sie Unterricht bei verschiedenen Lehrern (Andreas Burghardt – Hannover, Jürgen Seefelder – München).
Ab 1989 begann sie in der „Jazz- oder Nie Bigband“ in Kassel als 1. Altsaxophonistin zu spielen – eine Band, die für Kerstin Röhn prägend wurde.
Jedes Jahr wurden hochkarätige Gäste eingeladen, die der Band mit ihren Stücken einen Stempel aufdrückten. Bill Ramsey, Barbara Thompson, Inga Rumpf, Günter “Baby” Sommer, Georg Ruby, Kurt Klose, Uli Orth, Willem Breuker – alles sehr unterschiedliche Musiker, von denen sie eine Menge lernen durfte.
2005 absolvierte sie an der Musikhochschule Hamburg den Kontaktstudiengang Popularmusik. Rainer Schnelle und Detlev Beier sorgten dafür, dass ihr Respekt vor einer gut funktionierenden Rhythmusgruppe einmal mehr ins Unermessliche wuchs, Lutz Büchner eröffnete ihr weitere wundersame Welten am Saxophon.
Neben dem aktiven Musizieren hat auch das Komponieren immer mehr Raum eingenommen. So beendete sie ihre Studienkarriere in Kassel mit „Tonsatz / Komposition“ bei Dr. Diego Feinstein.
Jazz- und Popstücke, diverse Arrangements und Kompositionen für verschiedene Bläser und vor allem Bühnenmusiken sind bisher entstanden.
Seit 1999 hat sie sich neben den musikalischen Aktivitäten auch dem Figurentheater zugewandt. In Zusammenarbeit mit Günter Staniewski vom Theater Laku Paka und dem Regisseur Martin Bachmann entstanden mehrere Produktionen, die die Herzen von kleinen und großen Zuschauern erfreuen.
Musik und Figurentheater - zwei Genres, die sich gegenseitig befruchten.
Über den Tellerrand hinauszuschauen, immer in Bewegung zu bleiben und möglichst einmal am Tag herzhaft zu lachen – das hat sie sich zum Leitsatz genommen.
Mit „Stilvielfalt“ lassen sich die Musik-und Theaterprojekte beschreiben, mit denen sie sich seit 1990 beschäftigt:
- Saxpect“– ein clownekes Saxophonquintett, das ausschließlich Eigenkompositionen spielte
- Experimenteller Jazz mit den „Stereo Attachés“ (Sax + drums) Blues in der „Bluesbigband“ und bei „Beat that Chicken“
- Bühnenmusikerin am Staatstheater Kassel
- Als Gast im Orchester des Staatstheater Kassel und bei freien Orchestern im Raum Nordhessen (Konzerte, Musicals)
- „Jazz- oder Nie Bigband“, (Leitung 2002-2006)
- Musikkabarett im Schwarzenbergtheater („Der Urknall - das Universum des Nordhessen“, 2007/2008)
- Musikwalkact „Cock Tales“ beim Theater Paspartout (2008)
Aktuell:
- sistergold – Frauensaxophonquartett
- „Duo Shirátori“ Klavierduo mit Eigenkompositionen und Jazzstandards
- „Swingorchester Truxa“ Swing- und Hotjazz und „Felix Truxa und die Salonharmoniker“, „Felicitas Truxa and the Hard Hats“
- Kammermusik im klassisch orientierten Duo mit Gitarre und Flöte/Sopransaxophon
- Som Bassa – Latin Jazz Band
- „Nightline“ – Galaband aus Hamburg
- Leitung der Uni-Bigband Kassel (GHK-Bigband)
|